Sprachförderung an allgemeinbildenden Schulen

 

Der Mobile Dienst Sprache (ehemals: Sprachsonderunterricht) wurde bereits in den 70er Jahren in Niedersachsen eingerichtet und hatte die Förderung weniger sprachauffälliger (im Sinne von Umfang und Zeitdauer) Schülerinnen und Schüler in den Grundschulen zur Aufgabe. Seit August 2005 ist der Mobile Dienst Sprache durch den Grundsatzerlass zur sonderpädagogischen Förderung in Niedersachsen und einem entsprechenden Kommentar durch Herrn Dr. P. Wachtel (Schulverwaltungsblatt 2/2005) neu geregelt.

Den Mobilen Dienst Sprache führen speziell ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer mit der Qualifikation "Pädagogik bei Beeinträchtigungen der Sprache und des Sprechens" in der Regel an Grundschulen, aber auch weiterführenden Schulen durch. Da es in Niedersachsen kein flächendeckendes Netz an Förderschulen Schwerpunkt Sprache gibt, wird diese Aufgabe auch von Sprachbehindertenpädagogen, die an anderen Förderschulen beschäftigt sind, durchgeführt.

Aufgabe des Mobilen Dienstes Sprache ist neben der Diagnostik und der Förderung von Schülerinnen und Schülern auch die Beratung, Fortbildung und Unterstützung im Unterricht von Grundschulkolleginnen und –kollegen, die Schaffung der sächlichen und räumlichen Ausstattung in den Grundschulen sowie die Beratung von Eltern. Ziel ist dabei der Kompetenztransfer bzw. die Kompetenzerweiterung der Lehrerinnen und Lehrer in den Grundschulen sowie die Nutzung auch außerschulischer Förder- und Therapieangebote durch die Eltern. Allerdings sollte die Förderung der Schülerinnen und Schüler auch durch eine zeitliche Begrenzung geprägt sein, d.h. der Förderbedarf sollte nicht lang anhaltend und umfänglich sein, da ansonsten der Wechsel des Förderortes in Betracht gezogen werden sollte.

Die Schule Im Großen Freien ist im östlichen Bereich der Region Hannover zuständig für insgesamt 4 Städte und Gemeinden (Uetze, Burgdorf, Lehrte und Sehnde), d.h. für 23 Grundschulen (zum Einzugsgebiet hier klicken) sowie den entsprechenden weiterführenden Schulen. Abgesehen von der Gemeinde Uetze, hier wird der Mobile Dienst Sprache im Grundschulbereich noch durch die Stoetznerschule, Förderschule Schwerpunkt Lernen, in Vertretung wahrgenommen, wird der Mobile Dienst in allen Grundschulen und weiterführenden Schulen, die einen entsprechenden Bedarf angemeldet haben, durchgeführt. Konkret fördern insgesamt 20 Lehrerinnen der Schule Im Großen Freien in 16 Grundschulen und einer KGS mit bis zu 12 Stunden ca. 150 sprachauffällige Kinder. Dies entspricht einer Gesamtzahl von 70 Unterrichtsstunden. Dabei legen die Kolleginnen und Kollegen teilweise bis zu 20 Kilometer Anfahrt zurück. Die Fahrzeiten werden nicht auf die Unterrichtszeit angerechnet und müssen deshalb in den Pausen oder in Freistunden zurückgelegt werden. Der Mobile Dienst Sprache wird im Verlaufe des Unterrichtsvormittags in den Grundschulen und weiterführenden Schulen durchgeführt. Er erfährt eine hohe Akzeptanz bei Kollegien und Schuleltern, so dass im Laufe der Jahre eine gute Zusammenarbeit entstanden ist. Bedauerlicherweise hängt die Zahl der Stunden von einer Reihe an Faktoren ab, u.a. darf die SIGF erst mit Sicherstellung der eigenen Unterrichtsversorgung Stunden für den Mobilen Dienst Sprache abgeben. Dies führt leider dazu, dass sprachbehinderte Kinder nicht in allen Grundschulen und weiterführenden Schulen den notwendigen Unterstützungsbedarf erfahren.

In der Regel ist diese Förderung sehr verlässlich und entfällt nur in besonderen Fällen (z.B. Krankheit, Klassenfahrten).

Die Art und Weise der Durchführung des Mobilen Dienstes Sprache hat sich im Laufe der Jahrzehnte selbstverständlich verändert. Während anfangs noch die 20-minütige Einzel- oder Kleingruppentherapie vor dem Spiegel durchgeführt wurde, gibt es heute ein vielfältiges Nebeneinander an Förderung und schulischer Sprachtherapie in Einzelsituationen und Unterricht.

 

Das Konzept des Mobilen Dienstes Sprache der Schule Im Großen Freien können Sie sich hier in Form einer Präsentation ansehen:

 

 

Wissenschaftlicher Artikel zum Mobilen Dienst

 

Im Wintersemster 2007/08 entstand an der Universität Hannover im Rahmen einer Lehrveranstaltung, die als Lehrauftrag von einem Mitglied des Kollegiums der Schule Im Großen Freien angeboten wurde, eine wissenschaftliche Hausarbeit zum Thema:

 

"Möglichkeiten der sonderpädagogischen Förderung am Beispiel des Mobilen Dienstes"

 

Die Verfasserin, Frau Simona Henze, war so freundlich, unserer Schule zu erlauben, diese sehr gute Arbeit hier für alle Interessierten zu veröffentlichen.

 

Die Autorin skizziert in ihrer Arbeit die Entstehungslinien des Mobilen Dienstes. Deutlich werden darin die sich stetig verändernden bildungspolitischen Bestrebungen zur sonderpädagogischen Förderung auch im Regelschulbereich.

Der intressierte Leser wird zudem über die unterschiedlichen Organisationsformen des Mobilen Dienstes informiert und erhält zugleich Einblicke über die Landesgrenzen Niedersachsens hinweg...

 

Der Artikel steht hier für Sie als Download im pdf-Format bereit.  

(Bitte achten Sie auf die Urhberrechte).


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